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Soziale Netzwerke, der freiwillig gläserne Mensch
vom 27. April 2009
Soziale Netzwerke wie Myspace, Xing, Facebook, MeinVZ & Co. sind im Gegensatz zum Verständnis von sozialem Netz in einem Sozialstaat keine Sozialeinrichtung. Vielmehr handelt es sich bei diesen Netzwerken um Netzgemeinschaften, Interessens-Plattformen und Netzdienste im Internet. Sie erlauben dem Nutzer ein eigenes persönliches Profil mit diversen Eigenschaften aus seinem Leben einzurichten. Kontakte zu Freunden, Bekannten und Kollegen können verwaltet und bei Wunsch auch öffentlich zugänglich gemacht werden. Auch werden sehr oft Dienste im Zusammenhang mit Fotos, Videos und allgemein Hobbys angeboten.

Der freiwillig gläserne Mensch

Für Datenschützer sind diese Netzwerke ein Horrorszenario, da viele Daten über einen einzelne Nutzer für die Allgemeinheit zugänglich sind. Desweiteren befürchten viele bei eine Datenpanne der Betreiber der Netzwerke einen sehr hohen Schaden. Es ist unbestritten, das die Informationsquelle "Soziale Netzwerke" nicht nur für Freiberufler, Headhunter, Studenten und viele mehr von großer Bedeutung ist.

Aber was interessiert so viele an diesen Netzwerken und Ihren Informationen? Das was früher - also vor dem Zeitalter des Internets - in Sportvereinen, Kegelklubs, Gessellschaftvereinen und im Freundeskreis statt gefunden hat, findet nun zusätzlich im Internet statt. Jenes gesellschaftliche Darstellen ist Grundsätzlich nichts neues. Das nun mehr als nur die Vereinsmitglieder und die Freunde oder Verwandten diese Daten über einen erhalten können ist das Neue daran. Dieses neue ist für den ein oder anderen gerade der "Kick", für den anderen aber auch der größte Nachteil der ganzen Sache.

Ein unglückliches Foto der letzten Party mit zu viel Alkohol, ein Foto in Reizunterwäsche, eine öffentliche Diffamierung, die unglückliche politische Aussage auf dem Handy-Video, oder gar ein Foto beim Flirt für den nächsten Seitensprung, finden sich in den Netzwerken fein säuberlich den einzelnen Personen zugeordnet. Zum Teil macht dies der ein oder andere Nutzer auch selber, sogar freiwillig. Viele Vergessen dabei "Das Netz vergisst nichts"!

Was für den einzelnen kleinen Bürger im Netz möglich ist, ist auch für den Arbeitgeber, den Kunden, Behörden und Ämter, kurz gesagt, jeder der Zugriff aufs Internet hat. So kann ein späterer Arbeitgeber bequem im Netz nach schauen und sich so ein breiteres und genaueres Bild des Bewerbers verschaffen.

Mit personenbezogenen Daten lässt sich Geld verdienen. So locken die vielen Nutzerdaten, auch kriminelle Identitätsdiebe und Wirtschaftsauskunfteien. Selbst Bewertungsprofile zur Bonitätsüberprüfung lassen sich somit ergänzen. Und dann gibt es da noch die Suchmaschinen, sie sammeln Daten und speichern diese. Somit lässt sich so manche Information noch Jahre später über das Archiv der Suchmaschine finden.

Aber es scheint auch eine Gruppe von Menschen - "Generation Netz" zu geben, die nicht ohne soziale Netzwerke mehr leben kann. Freizeitgestaltung, Arbeitsplatzsuche und Weiterbildung laufen über diese Plattformen. Da stellt sich die Frage wie schlimm ist es wirklich, wenn persönliche Daten gespeichert und vernetzt werden?

Mit etwas Eigenverantwortung die Vorteile nutzen

Vielen Anwendern sind die Gefahren der digitalen Kontaktpflege nicht bewusst. Ob sie selber als "gläserner Mensch" sich mit Ihren persönlichen Daten, gut vernetzt und jederzeit abrufbar im Internet wiederfinden wollen sei Ihnen selbst überlassen.

Nutzen Sie die Vorteile der Sozialen Netzwerke und schützen sie Ihre Daten. Harte Fakten wie Namen und Geburtsdatum sollten nicht herauszugeben werden. Die Kombination dieser ermöglicht die sofortige Zuordnung der Informationen zu anderen Datenbanken, unabhängig ob öffentliche, private oder behördliche Datenbank.

Wägen Sie sehr genau ab, wann und welche Informationen Sie von sich preisgeben wollen und achten stets auch darauf was andere über Sie ins Netz stellen.


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